Das neue Projekt der BERMeG – Beteiligung an einem Windpark

Mit einer Investition von 500.000 € bisher größtes Projekt in der Geschichte der BERMeG

Im Januar dieses Jahres hatte die BERMeG einen 9,1 %-igen Gesellschaftsanteil an der „Windpark Falkenhöhe GmbH & Co. KG“ gezeichnet. Der drei Windräder umfassende Windpark wird im Schwarzwald in der Nähe der Ortschaft Schramberg entstehen. Am Standort Falkenhöhe werden drei Windenergieanlagen des Typs Vestas V136 mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einer Gesamtleistung von 12,6 Megawatt errichtet. Auf Grundlage der vom TÜV Süd erstellten Ertragsprognosen werden mit Windgeschwindigkeiten von 6,1 m/s bis 6,6 m/s voraussichtlich ca. 30.800 MWh pro Jahr erreicht. Mit der erwarteten Stromproduktion können mehr als 10.000 Haushalte(1) mit sauberer Windenergie versorgt und so insgesamt ca. 20.500 Tonnen CO2 vermieden werden(2). Der Produktionsstart ist für den 30. Juni 2021 vorgesehen.

(1) Durchschnittlicher Stromverbrauch pro Privathaushalt 3.111 kWh/a (mit elektrischer Warmwasseraufbereitung) – Statistisches Bundesamt (2019)

(2) Netto-Vermeidungsfaktor Wind-Onshore von 666,8 g CO2-Äq./kWhel, – Umweltbundesamt (2018)

 

Bürgerbeteiligung

Mitglieder der BERMeG können sich zu attraktiven Konditionen an der Finanzierung des Projekts beteiligen. Mit dem Ziel, nicht nur ihre Mitglieder, sondern alle interessierte Bürgerinnen und Bürger über das Projekt und die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung zu informieren, hatte die BERMeG im Februar in Mörfelden-Walldorf und in Riedstadt jeweils eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Begleitet wurden diese Veranstaltungen durch Veröffentlichungen in der regionalen Presse. Das Interesse an einer Mitgliedschaft in der BERMeG wurde in einem Maße geweckt, dass ein bemerkenswerter Zuwachs an Mitgliedern verzeichnet werden durfte. Dieser Zuwachs hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass es möglich wurde, wie bei allen anderen Projekten zuvor, die Investition in die Beteiligung an dem Windpark ohne Aufnahme von Fremdkapital allein durch das von den Mitgliedern zur Verfügung gestellte Kapital zu decken. 

 

 

Bauarbeiten und Baubegleitung

Im April dieses Jahres haben die Bauarbeiten pünktlich begonnen. Die Bauleitung und -koordination erfolgt durch die RES Deutschland GmbH (RES) als Generalunternehmen. Die Bauphase des Windparks wird durch eine vielschichtige ökologische Baubegleitung betreut, die sich in verschiedene Teilbereiche untergliedert. Ein Bodengutachter überwacht alle geologischen und pedologischen Auswirkungen des Vorhabens. Ein Team von Hydrologen nimmt regelmäßig Wasserproben aus umliegenden Quellen und überwacht den Einfluss des Bauvorhabens auf das Grundwasser. Zusätzlich sorgt ein Team von erfahrenen Biologen dafür, dass zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, die in dem Projektgebiet vorkommen, keine erheblichen, nachteiligen Auswirkungen erfahren. Gesteuert werden alle Gutachter von einer zusätzlichen zentralen Umweltbaubegleitung.

Umwelt- und Naturschutzbelange

Bei der Planung des Windparks wurde ein besonderes Augenmerk auf die Umwelt- und Naturschutzbelange gelegt. In enger Zusammenarbeit mit Fachbehörden und beteiligten Gemeinden stellte man bereits während der Planungs- und Genehmigungsphase sicher, dass artenschutzrechtliche Bedingungen umfangreich geprüft und eingehalten werden. In diesem Rahmen wurde ein komplexes Maßnahmenpaket erarbeitet, um mögliche Auswirkungen der Windenergieanlagen auf einzelne Tier- und Pflanzenarten zu minimieren und Eingriffe in das Habitat der Tiere auszugleichen. Zur Aufwertung der Habitatstruktur in der Umgebung des Waldes zählen zum Beispiel das Ausbringen von Nistplattformen für Rotmilane oder die Auflockerung von Waldstrukturen, sodass Wespenbussarde vermehrt Nahrung finden. Für den Rotmilan wird zusätzlich durch Aufforstung der Wiese auf der Falkenhöhe ein Ausweich-Habitat geschaffen.